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Klaus Hansen

Alt68ereien

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Über den Autor

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„Menschen haben zweierlei Eigentum“,
schreibt Alexander Kluge, „Lebenszeit und Eigensinn“.

Dieses Buch enthält Geschichten und Aphorismen, Typographien und Affichen, die vom Eigensinn der „Achtundsechziger“ zeugen, also von jenen, die zwischen 1940 und 1950 geboren wurden und ihre politische Prägung in den 1960er-Jahren erfuhren. Männer und Frauen, die heute auf die achtzig zugehen und Zeitgenossen auf Abruf sind.

Klaus Hansen: Alt68erein. Reminiszenzen
92 Seiten, mit 13 Wort- und anderen Bildern
Hardcover 15,3 x 21,6 cm, fadengebunden.
Neuerscheinung November 2018. Ab sofort lieferbar.
ISBN 978-3-943580-28-0. 15 Euro.
Jetzt bestellen.

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Auszüge:

Eigentlich hätten wir gar nicht erst gezeugt werden dürfen. Nach allem, was unsere Väter und Mütter getan hatten. Industrielle Massenvernichtung aus niedrigsten Motiven. Zivilisationsbruch sagt man heute dazu. Die alliierten Siegermächte haben das Mörderpack nicht ausgerottet, was ihr gutes Recht gewesen wäre, sondern verschont. Das Mörderpack ist zur Tagesordnung übergegangen und hat einfach weiter gevögelt. So sind wir auf die Welt gekommen.

***

Er hatte immer seine Schulkameraden beneidet, deren Väter im Krieg geblieben waren. Der „gefallene Vater“, wie man das nannte, war für ihn im Vergleich zum heimgekehrten Vater das kleinere Übel.

***

Wir waren zu zehnt in unserem alten Bauernhof, eine echte Polit-Kommune. Im Balken über unserer Haustür stand in großen schwarzen Lettern auf rotem Grund: „Wer keine Angst vor Vierteilung hat, wagt es den Kaiser vom Pferd zu zerren.“ Eine Losung aus der Mao-Bibel. Wir waren eine Bande von Verbalradikalen. Bis an die Zähne belesen, schossen wir mit Zitaten um uns und machten jeden, der uns in die Quere kam, mundtot.

***

Den 68er erkennt man an vielem, auch an seiner Sprache. Eine gewisse Übergründlichkeit ist unüberhör- und unüberlesbar. Man könnte von einem semantischen Fundamentalismus sprechen. Es genügt nicht zu „schauen“, man muss schon „durchschauen“; es genügt nicht zu „fragen“, man muss schon „hinterfragen“; es genügt nicht zu „diskutieren“, man muss schon „ausdiskutieren“.

***

Peter ist auch nach dreißig Jahren im Beruf noch dünnhäutig und erschütterbar. Ihn hat es in die sozialpädagogische Arbeit mit Strafgefangenen verschlagen. In seinen Augen sind Straftäter fehlgeleitete Wohltäter. „Das Böse ist nur das misslungene Gute“, sagt er immer. Und verweist auf das kleine Gedicht „Die Maske des Bösen“ von Bert Brecht.

Peter war bereits ein „Gutmensch“, bevor es das Wort gab.

Leo ist Altachtundsechziger und nennt sich auch so. Er ist stolz darauf. Eine prominente Figur war er nicht, nur Mitläufer. Aber es war die richtige Richtung, in die er mitgelaufen ist. Das unterscheidet ihn von seinem Vater, dem Altdreiunddreißiger. „Glück gehabt“, sagt Leo.

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